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Ich habe sehr lange auf ihn gewartet, er war fast ein Jahr vergriffen und nun endlich kann ich ihn für Euch testen oder natürlich auch selber nutzen. ;)

Der Inkling Stift ist ein Kugelschreiber, der digital mit-zeichnet und Skizzen als Vektoren in einzelnen Ebenen ausgeben kann. Dazu wird er nach dem Zeichnen einfach an den Rechner angeschlossen. Hier kann die Zeichnung dann bearbeitet, oder auch als Animation angezeigt werden.

Mir ist es schon oft vorgekommen, dass ich bei der Ideenfindung Scribbels angefertigt habe, die ich dann am Rechner noch einmal nachzeichnen musste. Sehnen wir also ob er hält was er verspricht…

Eckdaten:

Lieferumfang: Stift, Empfänger, Etui, Batterie, USB-Kabel, 4 Ersatzminen, Sketch-Software, Handbuch

     
  • Preis / Leistung: 169,90€ 50%

  • Speicher: 2GB 100%

  • Formate: png, jpg, pdf, svg, bmp, tiff 100%

  • Genauigkeit: zb. 1.024 Druckstufen 75%

  • Zeichenbühne: A7 bis max. A4 65%

  • Software: mittelmäßig 50%


Der Erste Eindruck

Schon auf den ersten Blick ist der Inkling eine super handliche Angelegenheit; alles passt in ein Etui und ist damit sogar kleiner als mein Brillenetui. Einzig der Stift erscheint etwas klobig, ist aber zur Spitze hin für die Finger etwas schmaler gemacht und lässt somit an ein Gewöhnen hoffen. Fast alles ist auch ohne Handbuch einfach zu verstehen und anzuwenden. Ausschließlich das Wechseln der Miene warf bei mir Fragen auf. Auch der Blick in das Handbuch konnte hier nicht helfen und so wurde ich erst beim Suchen auf der Wacom-Seite fündig ➥ Getting started.

Klemmt man den Empfänger ans Blatt, müssen noch einige Dinge vor dem Zeichnen beachtet werden. So darf man mit der Zeichnung erst in ca. zwei cm Abstand zum Empfänger beginnen. Außerdem dürfen Empfänger und Stift beim Zeichnen nicht verdeckt werden.

Im Test

Übung macht ja bekanntlich den Meister und so ist es auch mit dem Inkling-Stift. Meine ersten Anläufe gingen etwas zu sehr ins Detail. Dafür ist der Stift leider nicht geeignet, worauf Wacom auch auf seiner Seite hinweist. Der Stift ist nur für Rohskizzen konzipiert. So ist es zum Beispiel nicht möglich, einen bereits gezogenen Strich noch einmal zu treffen.

Also habe ich ein bisschen hin und her probiert und z.B. den Empfänger an unterschiedlichen Stellen am Blatt positioniert. Dies lässt sich mit der Software konfigurieren. Nach einigen verschiedenen Bildern ist es mir gelungen, ein akzeptables Ergebnis zu erzielen.
Im Test

In wenigen Schritten ist das Ganze auch in Photoshop koloriert. :)
Im Test

Sketch Manager Software

Sketch Manager

Die Software ist in meinen Augen stark verbesserungswürdig. Sie ist leider nicht besonders intuitiv und so habe ich zum Beispiel schon ein Bild aus Versehen überspeichert. Wenn ich eine Datei in Photoshop weiter bearbeiten möchte, habe ich leider keine Möglichkeit ein Format auszuwählen und somit wird die Datei immer als jpg geöffnet. Wenn ich das Bild als svg, bmp oder tiff speichere, gehen allerdings meine Ebenen verloren, außer man speichert jede einzelne Ebene ab, was ich doch recht umständlich finde. Was mir auch irgendwie fehlt, ist eine genauere Einstellung des Pinseldrucks. Die Abstufung zwischen dünner und dicker Linie ist mir persönlich etwas zu gering eingestellt. Zudem könnte ich mir eine grobe Bearbeitung der Linien vorstellen; ganz rudimentäre Dinge könnten helfen schneller und effektiver Dateien zu verwalten.

Was die Software ebenfalls bietet ist den Stift als Maus Ersatz zu verwenden, dies ist allerdings in der Praxis nicht wirklich sinnvoll, da mir hier ganz klar die rechte Maustaste fehlt.

Sketch Manager

Das in meinen Augen beste und genauste Ergebnis wird mit der svg erzeugt. Hier braucht man aber, wie oben beschrieben etwas Geduld, um eine Datei mit allen Ebenen zu erstellen. Hoffen wir also das Wacom mal ein Update zur Software bereitstellt.
Noch etwas Positives zum Schluss: Eine erstellte Datei ist ca. 500kb bis 1000kb groß. 2GB Speicher bieten also genügend Platz für einige kreative Arbeiten.

Sketch Manager

Sketch Manager

Fazit

Alles in allem ist der Stift eine gute Ergänzung zum Tablet. Grobe Skizzen werden überzeugend digitalisiert. Die Software hingegen ist mittelmäßig und Überholungsbedürftig; und das so sehr, dass ich meine Scribbels lieber als svg speichere und anschließend im Photoshop oder Illustrator weiterverarbeite.

Gegenüber dem Scannen ist der Inkling mit seinen Ebenen und der hervorragenden Mobilität ganz klar im Vorteil, allerdings mit Abstrichen bei der Stiftwahl. Für genauere Zeichnungen ist er nicht geeignet, da er keinen Punkt zweimal trifft oder etwa gerade Linien exakt aufgezeichnet.

Besonders geeignet ist er für Storybords, Wireframes oder aber Skizzen zum groben Bildaufbau. Um Comic-Character zu erzeugen, sollte man viel Geduld im Illustrator aufbringen können. In Meetings für Ideenskizzen oder aber auf Reisen kann er wahre Wunder vollbringen. Man sollte aber bedenken, wie weit sich das eigene Anwendungsgebiet erstreckt, denn für bestimmte Sachen ist ein guter Scanner für weniger Geld völlig ausreichend.

Wo ich gekauft habe: Wacom estore